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Diversity direkt auf der FPV Brille ist eine coole Sache. Man hat so auch ohne eine sperrige Groundstation immer das best-mögliche Bild auf der Brille. Nur welches nehmen? Anbieter gibt es ja eine ganze Menge. Joshua Bardwell hat kürzlich eine umfangreiche Serie an Videos dazu auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Das Ganze war sehr technisch und in meinen Augen nicht sehr praxisnah – aber es hat zumindest gezeigt das es Module gibt die einfach einen schlechten Empfang haben (True-D) und die ich mir daher hier garnicht näher ansehen will. Ich will viel mehr die Frage klären:

Muss es das teure Markenprodukt LaForge sein oder tut es auch ein asiatisches Modell mit Open Source Software?

Dabei interessiert es mich vor allem wie sich die Module in der Praxis schlagen, deswegen habe ich beide Systeme ein gute Zeit auf meiner Brille verbaut gehabt und bin an verschiedenen Spots damit geflogen.

Realacc RX5808 Split-Diversity Receiver (ca 45 EUR)

Zuerst mal zur asiatischen Version. Die Realacc Module gibt es bei Banggood zu kaufen. Mit der Versandart „Priority Direct“ sind sie in der Regel nach 2 Wochen ohne Probleme im Briefkasten. Bitte unbedingt die Version mit beigelegten Covern bestellen – ohne die wird es schwierig die Module richtig an der Brille zu befestigen. Nur das Realacc gibt es auch in einer Version die beide Receiver auf einer Seite hat.

Bevor die Realacc Module verbaut werden muss die aktuelle Version der Open Source Software aufgespielt werden! Die Version die bereits auf dem Modul ist hat einen Fehler und es können einige Kanäle nicht empfangen werden. Wie das genau geht beschreibt Phillip Seidel in seinem Blog.

Danach gestaltet sich die Installation relativ einfach. Ich habe meine Kabel jeweils innerhalb der Brille verlegt, wer das nicht möchte kann das auch Aussen tun und die Kabel mit ein paar Aufkleber fixieren und kaschieren.

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So sah das RealAcc Modul verbaut aus. Ich hatte 3D-Druck Türen verwendet, mittlerweile gibt es da auch ein paar Gute auf Thingiverse. Die Software auf dem Modul ist leicht verständlich und bedient sich relativ intuitiv mit Hilfe eines kleinen Drehrads an der Seite.

Der Empfang und die Verarbeitung sind gut, vor allem wenn man den fairen Preis in Betracht zieht. Das man erst die Software flashen muss nervt etwas, und der Sitz in der Brille ist selbst mit den originalen Covern von BG nicht optimal. Ich habe mir ein paar mal die Patch-Seite aus der Brille gerissen, das liegt auch an der etwas doofen Positionierung der Patch-Antenne. 45 oder 90 Grad Adapter liegen übrigens nicht bei, die sollte man extra erwerben.

LaForge FatShark Module V2 (ca 100 EUR)

Kommen wir zum Premium Angebot. Das LaForge Modul bekommt man zur Zeit am Besten bei UBAD in den USA. Es war nach wenigen Tagen ohne Probleme im Briefkasten. LaForge kommt ohne Cover, empfiehlt aber die Verwendung mit Covern von Great3D  – die man allerdings komplett separat bestellen muss. Auch die Cover waren nach ein paar Tagen da und sind wirklich von ausserordentlich guter Qualität.Durch das verwendete TPU Material sitzen die Module perfekt und bombenfest in der Brille – absolut Top. So sieht es montiert aus:

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Die Patchantenne sitzt bei LaForge durch den hinten liegenden SMA Anschluss eher neben der Brille als davor wie bei Realacc. Das reduziert die Gefahr das man aus Versehen dagegen kommt ungemein.

Ein Softwareupdate ist bei LaForge ebenfalls möglich,  mein Modul kam aber bereits mit der aktuellen Version 1.7 vorinstalliert und ich konnte es sofort verbauen. Das ist natürlich sehr bequem.  Die Vorteile der LaForge Lösung fallen direkt auf: Die Knöpfe auf dem Hauptmodul machen ein solideren Eindruck als das Rad am Realacc und bedienen sich auch angenehmer. Die Software ist sehr ähnlich, bei LaForge aber doch etwas ausgefeilter. Es gibt einen Favoriten-Mode der es erlaubt beliebige 10 Kanäle aus verschiedenen Bändern abzuspeichern. Durch diese kann dann auch mit den original Knöpfen an der Brille durchgeschaltet werden. So kann man mal schnell schauen was der Kollege so treibt.

Ein weiteren Pluspunkt gibt es bei dem Thema Energieverbrauch und Bild. Der Empfang war mit dem LaForge doch leicht besser als bei Realacc und vor allem konnte ich mit der selben Akku Ladung etwa 30% länger fliegen als bei Realacc.

Negativ fand ich bei LaForge nur den doch etwas hohen Preis (vor allem da die Cover separat angeschafft werden müssen) und die Verfügbarkeit. Die Module sind nämlich gerne mal ausverkauft.

Fazit

Wer nicht zu viel Geld ausgeben will bekommt mit dem Realacc Modul eine solide Lösung für Diversity direkt an der Brille. Den Mehrpreis für die LaForge Lösung halte ich für gerechtfertigt, man bekommt hier ingesamt eine Top-Lösung die keine Wünsche mehr offen lässt (Wenn die Module denn mal lieferbar sind). Es muss also jeder selbst entscheiden wieviel er investieren will. Beide Lösungen sind ein guter Deal.

Bonus-Review Menace Invader Patch Antenna (11,90 EUR)

Während ich mir die Diversity Lösung angesehen habe, habe ich auch gleichzeitig eine neue Patch Antenne getestet. Die Invader hat einen sehr breiten Öffnungswinkel (150 Grad) und liefert da 6.5 dBi. Diese Charakteristiken sind vielleicht nicht ideal für Longrange, helfen aber im Nahbereich ungemein um durch Bäume und Gebäude durchzukommen. Dafür ist Sie ideal. Der Preis ist zudem ein absoluter Schnapper.